Location: Jahrhunderthalle Frankfurt
Datum: 14.11.2014

THE GASLIGHT ANTHEM

Rezensionen (2014) Den Konzertabend in der Jahrhunderthalle Frankfurt eröffnen Bayside aus New York City, die eine melodische, leicht punkige Form von Indie/Alternative-Rock spielen, und deren durchaus gut komponierten Songs einen ziemlich netten Auftakt bilden. 30 Minuten Spielzeit reichen jedoch auch aus, da sich die Songs untereinander doch stark ähneln.

Das ist beim zweiten Support Deer Tick nicht so auffällig. Im Gegenteil, die Singer/Songwriter aus Rhode Island bewegen sich mit ihrer Musik zwischen klassischem Rock 'n' Roll und etwas Folk, haben mit Gitarrist Ian O'Neil auch einen Dylan-Lookalike am Start, der seinem Idol auch stimmlich durchaus ähnelt. Die Band spielt einen guten, routinierten Gig, der am Ende durch die ausladende Jam-Session allerdings ein wenig langatmig wirkt.

Wer The Gaslight Anthem auf der letzten Tour erlebt hat, und die Show aus Frankfurt heute zum Vergleich heranzieht, der sieht hier eine Band langsam aber sicher zum Stadionact heranreifen. Zuletzt machte die Band aus New Jersey bei aller Qualität zumindest live noch den Anschein einer etwas ambitionierteren Garagenband, heute spielen sie ein Headliner-Konzert, das seinen Namen voll und ganz verdient. Die Bühne wird heute Abend des Öfteren in beeindruckende Lichtschwaden getaucht, und zumindest der Innenraum der Jahrhunderthalle ist absolut mit dem Herzen dabei und feiert die Songs der Band mit Inbrunst.

Diese Inbrunst ist auch nötig, um gegen die überraschend druckvolle Soundwand anzuschreien. TGA peitschen harte Riffs ins weite Rund, wodurch selbst die eigentlich recht gediegenen Songs wie etwa "Get Hurt", Titelsong des aktuellen Albums, enorm an Durchschlagskraft gewinnen. Die neue Scheibe ist mit insgesamt sieben Songs recht üppig in der Setlist vertreten, was die Live-Tauglichkeit der auf Platte etwas zwiespältig aufgenommenen Tracks beweist. Heute ist von diesem Zweifel keiner mehr zu spüren: Die 100 Minuten dieses Konzerts sind ein gnadenloses Best-Of-Programm, bei dem die Band nur selten einen Gang zurückschaltet. Dass selbst das Cover von Black Sabbaths War Pigs bestens ins Programm passt, spricht für die Energie, die TGA heute ausstrahlen. "The 59 Sound", "Handwritten" und "45" sind allesamt recht früh im Set platziert und sorgen mit ihrem Hymnencharakter selbstredend für Stimmung, das Publikum freut sich besonders über die Nummern vom Debüt "Sink Or Swim". Davon gibt es heute ebenfalls eine ganze Reihe Hits, "1930", "Wooderson" und "We Came To Dance" sind allesamt Favoriten des äußerst bunt gemischten Frankfurter Publikums. Für Abwechslung sorgen in dieser kraftvollen Performance eine stripped-down Version von "Great Expectations" und "Even Cowgirls Get The Blues", auf die das Publikum ebenfalls gewartet zu haben scheint. Dass TGA aufgrund des Curfews darauf verzichten, vor der Zugabe die Bühne zu verlassen, sondern das komplette Set einfach am Stück durchspielen, spricht ebenfalls für sie. Traditionell beschließt "Backseats" das Konzert, das zweifellos als eines der besten der Band durchgeht. Für die Band ist es nur noch ein kleiner Schritt, bis man auch auf größeren Festivals ganz oben im Billing steht - der heutige Konzertabend ist dafür allerbeste Werbung.